Der VBE appelliert an die Eltern, die Empfehlung der Lehrkräfte ernst zu nehmen und nicht eine Überforderung und Querversetzung ihres Kindes zu riskieren.
Bis zum 2. März 2026 müssen sich die Familien von Grundschulkindern für eine weiterführende Schule entscheiden. Auf dem Anmeldeformular müssen sie außer der Schulform i.d.R. noch zwei Wunsch-Schulen angeben. Angesichts dieser – nicht für alle Familien leichten Entscheidung – möchte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen an die Erziehungsberechtigten einige Erfahrungen weitergeben:
Zum Wohle des Kindes statt nach eigenen Idealen entscheiden
Der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann appelliert an die Eltern, sich bei der Wahl der weiterführenden Schule bzw. Schulform nicht von eigenen Träumen und Wünschen leiten zu lassen. „Verständlicherweise möchten Eltern ihren Kindern eine gute Bildung und damit den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben ermöglichen“, sagt Wesselmann. „Aber beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule geht es nicht nur um Bildung, sondern auch um die seelische Gesundheit eines Kindes.“ Eltern sollten Kinder daher nicht überfordern, denn die Erfahrung zeigt: Wenn ein Kind eine Reihe von Misserfolgen einfährt, baut sich Frust auf – und nach einer Querversetzung oder Wiederholung verlieren viele Schüler und Schülerinnen dauerhaft die Lust am Lernen.
Die Empfehlung der Lehrerinnen und Lehrer ernst nehmen
Die Lehrkräfte an den Grundschulen haben die Entwicklung der Kinder in ihrem Arbeits- und Sozialverhalten und in den Fächern in der Regel über mehrere Jahre beobachtet. „Sie können das Leistungsvermögen und die Leistungsbereitschaft gut einschätzen – meist besser als Eltern, die ihr Kind nur bei den Hausaufgaben erleben“, erläutert der VBE-Landesvorsitzende. Auf keinen Fall taugen die Noten allein als Entscheidungsgrundlage, denn an der weiterführenden Schule sind selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten sehr wichtig.
Viele Wege führen zum Abitur – auch jenseits des Gymnasiums
Das hessische Schulsystem ist nach oben sehr durchlässig: Nach einem Hauptschul-Abschluss haben die Jugendlichen die Möglichkeit, einen Realschul-Abschluss anzustreben, danach können sie beispielsweise auf ein Gymnasium oder an eine gymnasiale Oberstufe wechseln. „So führen viele Wege zum Abitur – oder zu Abschlüssen wie der Fachhochschulreife“, erläutert Stefan Wesselmann. Dieser Weg ist ratsamer als eine Querversetzung von Anfang an einzukalkulieren, zumal diese nicht überall einfach ist: In Städten und Gemeinden mit hohen Schülerzahlen kann es passieren, dass die gewünschte Schule dann voll ist.
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