„Wer Bildungsgerechtigkeit will, braucht Standards für alle Schulen in Hessen!“

Der VBE Hessen kritisiert, dass es für die Umsetzung des Digitalpakts 2.0. weiterhin kein flächendeckendes Konzept gibt.

Kurz vor Weihnachten haben sich Bund und Länder auf eine Fortsetzung des Digitalpakts für die Schulen verständigt, seit 1. Januar 2026 läuft dieser offiziell. Positiv ist aus Sicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, dass die Antragsverfahren entbürokratisiert wurden, so dass Schulen einfacher und schneller geplante Maßnahmen umsetzen können. 

Es bleibt allerdings ein zentraler Kritikpunkt: „Die Schulträger sind weiter in der Verantwortung für die Digitalisierung der Schulen und ein Ende des Flickenteppichs aus unterschiedlichsten Hardware- und Software-Komponenten ist nicht in Sicht“, erläutert der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann. „Wenn Bildungsgerechtigkeit unser Ziel ist, brauchen wir aber Standards für die Ausstattung an allen hessischen Schulen!“

Zu den wichtigen Standards zählen u.a.:

  1. leistungsfähige W-Lan-Netze in allen Schulgebäuden
  2. Ausstattung aller Lehrkräfte und sozialpädagogischer Fachkräfte mit Hardware zur Nutzung und Steuerung der digitalen Tafeln und der Geräte von Schülerinnen und Schülern
  3. ausreichender professioneller IT-Support für Hard- und Software
    (zur Einordnung: Bei großen Schulen sind mitunter 1500 Nutzerkonten zu verwalten, dazu 100 Geräte für Lehrkräfte und hunderte Leihgeräte für Schüler/innen, mehrere Dutzend PCs in Computerräumen und zahlreiche digitale Tafeln.)
  4. digitale Geräte für alle Schülerinnen und Schüler, um gleiche Bedingungen zu schaffen (anstelle von BYOD / Bring your own device)
  5. inhaltliche Klärung des Begriffs „digitale Schule“: Die vielfältigen Aspekte von „digitaler Schule“ müssen grundlegend durchdacht und dazu Richtungsentscheidungen getroffen werden, z.B.: Welche Fach-Inhalte sollen (noch) vermittelt werden? Was gehört zu Medien-erziehung dazu? Wie sollen Prüfungen in Zeiten von KI aussehen? Welche Bedeutung hat (noch) die Vermittlung der Handschrift?

Planungssicherheit – mit einem Digitalpakt 3.0

„Der Digitalpakt 2.0 war überfällig. Insofern sind wir froh, dass die Schulen nun wenigstens in den nächsten fünf Jahren Geld für die Modernisierung ihrer digitalen Infrastruktur haben“ kommentiert der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann. „Allerdings wird auch dann die Digitalisierung der Schulen nicht abgeschlossen sein. Um den Schulen langfristig Planungssicherheit zu geben, müssen weitere Gelder für die Digitalisierung fließen. Und zwar am besten nicht erst wieder nach zähen Verhandlungen und einer Finanzierungspause!“ 


Zum Weiterlesen:
Was der VBE Hessen unter digitaler Schule versteht, haben wir unserer Position „Ein Masterplan für die Digitalisierung“ beschrieben.